Der GPL-Hack.
Sicher nimmt die
GPL unter den Lizenzen freier Software die zentrale Stellung ein. Bei keiner anderen Lizenz wird die dahinterliegende Idee mit vergleichbarer Kategorizität umzusetzen versucht. Von Herstellern proprietärer Software kommt daher auch oft der Einwand, es handle sich um eine "virale" Lizenz, da sie jeden, den sie "infiziert" - der also bereits offenliegenden, GPL-lizensierten Code verwertet - dazu zwingt seinen geänderten Quelltext bzw. seine geänderte Software wiederum unter die GPL zu stellen.
Volker Grassmuck allerdings, der in seinem Buch:
"Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum." das Phänomen freier Software eher aus soziologischer Sicht analysiert, sieht das etwas anders: "In der Gesamtschau ist es keine Übertreibung, die GPL als den größten Hack der Wissensordnung zu bezeichnen, seit britische Verlegergilden das Urheberrecht erfanden."
In dieser Deutlichkeit formuliert konnte ich das bisher nirgends - sicher jedenfalls nicht von "außerhalb" des Free and Open Source-Kreises - finden. Bemerkenswert.